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Tatort Hamburg: Krimi der Extraklasse – unbedingt lesen
Mord im Hamburger Rotlichtviertel St. Georg. Die Tote trägt das Mantelkleid einer Muslima, darunter Ledermini und Stiefel, in ihrer Handtasche ein Kreuz. Kommissar Danziks Kollege Tügel denkt sofort an Ehrenmord, doch die Liste der Verdächtigen ist lang und facettenreich: vom Noch-Ehemann über den Liebhaber, Familie, Chefin, Terrorzelle bis zur Pfarrersfrau.
Danziks Ermittlungen sind vor allem ein Kampf gegen Klischees. Die der anderen und die eigenen. Er trifft auf pauschalierende Gutmenschen ("Berechenbar werden Orientalen nie sein. Aber sie sind so liebenswürdig"), ultraorthodoxe Konvertiten, rigide Abschiebepraxis, ertappt sich selbst dabei, dass er gar nicht auf die Idee kommt, der seit 40 Jahren in Hamburg lebende iranische Teppichkaufmann könne die deutsche Staatsangehörigkeit haben, und seine Freundin Laura tritt nach dem Besuch der Vernissage ihrer Freundin spontan einem christlichen Fundamentalistenclub bei. Ist ihr ursprüngliches Motiv die Auflage des Senators, die Bilder der Ausstellung "Nacktheit zwischen Natur und Kultur" an den markanten Stellen mit Balken zu überkleben, ist ihr Bleiben eher dem Charisma des Oberfundis zu verdanken. Dass sie dabei mehr riskiert, als ihre Beziehung, erkennt sie zu spät.

Spannung ist garantiert bei Monika Buttler. Ihr prägnanter Stil macht die Lektüre zu einem echten Genuss. Jeder Satz, jedes Wort ein Treffer. Knapp, klar und präzise entlarvt sie nicht nur den Täter, sondern auch die Tatsache, dass die Gefahr für unsere Demokratie weniger von der vemeintlichen äußeren Bedrohung ausgeht, als von dem Verlust der Fähigkeit hinzusehen, wahrzunehmen, zu differenzieren, nachzufragen, statt reflexartig ein Etikett aufzukleben und es bei Bedarf ebenso reflexartig zu überkleben. Ein hochspannender Krimi und ein Plädoyer für die Nuancen zwischen "Gottes heiliger Pfeil" und "Rettet das Abendland".


Monika Buttler
Journalistin und Autorin, wurde in Berlin geboren und wuchs in Detmold auf.
In Hamburg machte sie Abitur und ihren Magister in Literaturwissenschaft, Germanistik, Philosophie.

Viele Jahre lang arbeitete sie als Wohnredakteurin, nebenbei übersetzte sie Thriller aus dem Dänischen und schrieb Sachbücher.
Seit 2001 Kriminalautorin. Erschienen sind zahlreiche Kurzkrimis, in denen tiefschwarzer Humor, gewürzt mit Ironie, für spannende Unterhaltung sorgen.
Weitere Publikationen: die Gesellschaftssatire „Bei Lesung Mord“ sowie die Kriminalromane „Herzraub“, „Abendfrieden“ und "Dunkelzeit".
Mit "Trio Infernal" wurde sie nominiert für den "International Crime Short Story Competition"-Preis.
Sie ist Herausgeberin von Krimi-Anthologien und wurde Jurymitglied für den Glauser-Kurzkrimi-Preis
2005 erschien ihre Autobiographie „Das Hitler-Ei“.
Monika Buttler ist Mitglied im „Syndikat“, bei den „Mörderischen Schwestern“ und in der „Hamburger Autorenvereinigung“. Sie lebt mit ihrem iranischen Mann in Hamburg.


Monika Buttler
Mord unter dem Halbmond: Hamburg Krimi
Schardt Verlag Juni 2010
ISBN 978-3898415293
TB, 191 Seiten, 12,80 EUR
bei Amazon

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18 Autoren rappen den Hering
Er versüßt Kindheit und Kur, versalzt einen Wahlkampf, inspiriert Maler und Hausfrauen, ist Komplize und Verräter, tritt selten ohne Zwiebel auf, macht Lust auf Schiff und wenn der Gatte zum frischen Matjes im Meer versinkt, erklingt der Herings-Rap. Anegreichert sind die literarischen Matjeshäppchen mit gesundheitlich unbedenklichen Rezepten und wunderbaren Illustrationen aus der spitzen Feder von Hans-Peter Wirsing.
Ein gelungenes Menue nicht nur für Matjesliebhaber.

DER Matjes ist zur Zeit auf Weltenbummler-Tour
Aktuell verkosten können Sie ihn z.B. auf den
Matjestagen in Glückstadt vom 17. bis 20. Juni 2010

Die Autoren
Miriam Akeda,
Anni Bürkl, Bettina von Cossel, Heike Denzau, Gitta Edelmann, Mandred H. Freude, Britt Glaser, Ingrid Glomp. Alexandra Guggenheim, Cornelia Kuhnert, Anja Marschall, Britta Odenthal, Michael Pick, Heide Ramlow, Gisela Reuter, Theo Schmich, Regian E.G. Schymiczyek, Andreas Sticklies

Mehr zum Illustrator
Hans-Peter Wirsing


Anja Marschall (Herausgeber)
Hans-Peter Wirsing (Illustrator)
Majtes – mild bis makaber
Deich Verlag, Juni 2009
ISBN 978-3000278785
TB, 160 Seiten, 9,90 EUR
bei Amazon

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Tatort Vancouver
Wollten Sie auch schon einmal Ihre Koffer packen und Ihren Traum in einem anderen Land verwirklichen? Ricarda Peter lässt es nicht beim Träumen. Hollywood soll es sein und ein "aber wir können doch nicht einfach nach Los Angeles gehen" hält sie nicht auf. Genauso wenig wie die Schwierigkeit, Arbeitsvisa für die USA zu bekommen. Schließlich hat auch Kanada ein Hollywood und das liegt in Vancouver. Sechs Wochen nach dieser Entdeckung haben sie und ihr Gefährte Manu gültige Visa und starten mit Hund und Katze in ihr Abenteuer. Das erste Zuhause findet das Chaos bei einer Wodka schlürfenden Vermieterin, die ihnen u.a. ein indisches Thanksgiving bereitet. Das zweite Domizil bietet Meerblick und Möbelschwund. Der ansteckend sprudelnden Lebensfreude der Autorin tut das keinen Abbruch. In amüsanten Anekdoten erzählt sie aus ihrem kanadischen Alltag, in dem Mall nicht gleich Mall ist und der Erwerb einer Flasche Mineralwasser komplizierter als der Kauf eines Autos sein kann. Sie ist eine gute Beobachterin und wirft einen sympathisch selbstironischen Blick auch auf die eigenen Marotten. Die Lachmuskeln werden guten trainiert bei der Lektüre dieses Reiseromans, der bei aller Leichtigkeit nicht weniger bietet, als einen Schlüssel zum Glück.

Und wer wissen möchte, wie es weitergeht, im Mai erschien der zweite Teil des Abenteuers "Kanada - Das Chaos schlägt wieder zu"



Ricarda Peter
Vancouver
Das Chaos hat ein neues Zuhause
BoD Januar 2010
ISBN 978-3839134696
TB, 210 Seiten, 12,90 EUR
bei Amazon

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Mallorca für Krimifans
Ulla Hönig überwindet ihre Flugangst, um ihr Heilkräuterbuch auf einem Schamanenkongress auf Mallorca vorzustellen und mit den "Weißen Frauen", die sich um einen charismatischen Guru scharen, eine Kooperation für ihr eigenes Projekt auszuhandeln. Mit von der Partie ist ihre Freundin Julia, die, während Ulla auf der Finca des Meisters Übersinnliches erlebt, im Hotel auf ihren Wanderführer wartet. Der gönnt sich mit seinem Hund einen touristenfreien Morgenspaziergang in die Mönchsbucht. Hüllenloses Badevergnügen ist erlaubt an diesem Strand. Leblose Sonnenanbeter sind auch hier ein Fall für die Polizei. Wegen der Staatsangehörigkeit der Toten ruft Hauptkommissar Garcia den aus Kalabrien auf die Insel versetzten Commissario Di Flavio mit seinen EU-Polizeischülern hinzu. Beim Anblick der Toten sind sie allerdings nicht mehr ganz so froh, der trockenen Theorie entkommen zu sein. War es ein Ritualmord? Steht er im Zusammenhang mit dem Schamanenkongress? Warum begegnet dessen Organisatorin Gwen, rechte Hand des Meisters, Ulla so feindselig? Was plant der Guru? Und was verbirgt sich hinter der verschlossenen Tür im Keller der Finca?

Barbara Ludwig wirft einen erfrischend unvoreingenommenen Blick auf die Heilerszene und die Motive ihrer Vertreter, treibt ihre Heldinnen Ulla und Julia mit großem Vergnügen in mehr als eine brenzlige Situation. Knapper Stil und rascher Perspektivenwechsel sorgen für Tempo und Spannung.

Mallorca spielt eine Hauptrolle in diesem sympathischen Krimi, der sich auch als Reiseführer empfiehlt. Wer mit den kurzen Reportagen des Anhangs einsteigt, fühlt sich sofort mit den Schauplätzen vertraut – passendes Lesefutter vor, während oder nach dem Inseltrip.


Barbara Ludwig
Tatort Mallorca - Die Tote in der Mönchsbucht
Schardt Verlag, Oktober 2008
TB, 240 Seiten, 12,80 EUR
ISBN 978-3-89841-406-7
bei Amazon

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Tödlicher Orientierungslauf
Es ist nicht seine Karte, die der Läufer beim Orientierungslauf zückt, um auf ihr seinen ersten Posten mit einem Loch zu markieren. Ob es sein Kopf sein sollte, den der Schütze aus dem Hinterhalt genau in diesem Moment mit einem Loch versieht, ist nur eine der Fragen die Pia Korittki und ihr Team in ihrem sechsten Fall zu klären haben. Welches Geheimnis verbirgt die Frau des Opfers? Hat deren Freundin noch vor etwas anderem Angst als ihrem Mann? Wovor fürchtet sich der in den Bundestag strebende Politiker? Und was hat das alles mit dem Tod eines jungen Mädchens vor 18 Jahren zu tun?
Mehr als einer der Verdächtigen scheint mit der falschen Laufkarte unterwegs zu sein. Und auch die Lübecker Kommissarin muss sich neu orientieren, die ungeplante Schwangerschaft in ihre Lebenspläne integrieren. Dass sie als Verstärkung ausgerechnet den Kollegen zugeteilt bekommt, der vor ihrer Bewerbung als aussichtsreichster Kandidat für ihren Job galt, macht ihre Situation nicht leichter. Dann entwickelt der Fall eine dramatische Dynamik.
Eva Almstädt beweist bei aller Spannung ein gutes Gespür für die Zwischentöne. Sie hat ebenso ein Auge für die beschwerlichen Kleinarbeiten einer Ermittlung wie für die vermeintlichen Banalitäten des Alltags, die manchmal den Unterschied zwischen Himmel und Hölle bedeuten können.
Ein fesselnder Krimi mit melancholischem Nachhall.

Eva Almstädt, 1965 in Hamburg geboren und dort auch aufgewachsen, absolvierte eine Ausbildung in den Fernsehproduktionsanstalten der Studio Hamburg GmbH und studierte Innenarchitektur in Hannover. Seit 2001 ist sie freie Autorin. Eva Almstädt lebt mit ihrem Mann und zwei Kindern in Schleswig-Holstein.


Eva Almstädt
Ostseeblut
Bastei Lübbe, März 2010
TB, 366 Seiten, 7,99 EUR
ISBN 978-3-404-16409-7
bei Amazon

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Pageturner mit Herz und Hirn
"Nicht weil die Dinge uns unerreichbar erscheinen, wagen wir nicht – weil wir nicht wagen, erscheinen sie uns unerreichbar".
Dieses Seneca-Zitat stellt Lea Korte ihrem Roman voran. Und es gibt einiges, das ihrer Heldin Zahra as-Sulami im Andalusien des 15. Jahrhunderts unerreichbar scheinen könnte. Doch gleich zu Beginn hält die Tochter eines maurischen Adligen und dessen zweiter Frau, einer ehemaligen christlichen Sklavin und kastilischen Adligen, sich an einem Ort auf, an dem sie nicht sein dürfte. Sie wird Zeugin einer Verschwörung, erlebt wie die Mitglieder der eigenen Familie im Kampf um das geliebte al-Andalus plötzlich auf verschiedenen Seiten stehen, wird als Hofdame in politische Intrigen verstrickt und sowohl von der Sultanin von Granada, als auch von ihrer Halbschwester mit lebensgefährlichen Missionen betraut. Ihre ganz persönliche Zukunft soll sich in Marokko an der Seite eines von ihrem Vater gewählten Ehemannes erfüllen. Ein Plan, der mit ihrem wachsenden Freiheitsdrang und ihrem Herzen unvereinbar scheint.

Die vermeintliche Unvereinbarkeit des jeweils eigenen Glaubens mit der Existenz "Ungläubiger" beschwören islamische und christliche Religionsfanatiker wie der Großinquisitor Tomas de Torquemada, dessen ersten Auftritt die Autorin von einem kastilischen Adligen kommentieren lässt:
"Seine asketische Heiterkeit und sein frömmlerisches Gehabe waren ihm ebenso verhasst wie seine Manier, immer und überall in dieser groben, wollweißen Kutte und den derben Sandalen aufzutauchen, um sich von den anderen geistlichen Würdenträgern und ihren edlen Gewändern abzugrenzen."

Vor dem Hintergrund eines Konfliktes, der bis heute nichts an Aktualität verloren hat, erzählt Lea Korte eine hochspannende Geschichte. Lebendige Charaktere, Romantik, Sinnlichkeit und ein klare, in den Bann ziehende Sprache machen die Lektüre zu einem echten Vergnügen.
Den interessierten Leser verwöhnt die von dem Magazin "Histo-Couch.de" zum "Historikus des Monats" gekürte Autorin mit Personenregister, Vorgeschichte, Zeittafel, Glossar, Stammbaum, Literaturliste und Einblick in ihre Recherchearbeit. Ein Pageturner mit Herz und Hirn

Lea Korte
geboren 1963, wanderte nach Abschluss ihres Studiums nach Spanien aus, wo sie zuerst in Katalonien und später im Baskenland und in Valencia lebte und als freischaffende Journalistin und Übersetzerin arbeitete.
Von Anfang an setzte sie sich intensiv mit der Geschichte und Kultur ihrer Wahlheimat auseinander, was sie dazu inspirierte, historische Romane zu schreiben.
Zusammen mit ihrem französischen Ehemann und ihren beiden Kindern lebt sie heute in Südspanien.


Lea Korte
Die Maurin
Droemer/Knaur Februar 2010
TB, 663 Seiten, 9,95 EUR
ISBN 978-3426502303
bei Amazon

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